Das soziale Engagement der GGL
Gibt es in der reichen Schweiz Menschen, die finanzielle Unterstützung benötigen? Und ob! Über das Jahr gesehen erreichen uns pro Woche drei bis vier Gesuche für Personen, die dringend auf einen Zustupf angewiesen sind. Sie alle müssen mit einem bescheidenen Budget leben. Es sind häufig Familien, die mit knappen Mitteln ihren Lebensunterhalt bestreiten; die sich keine Extras leisten können; die an finanzielle Grenzen stossen, sobald etwas Unerwartetes eintritt. Nicht selten sind es auch Einzelpersonen, die an der Grenze zur Armut leben. Die Hilfe, die die GGL leisten kann, ist manchmal nicht viel mehr als ein Tropfen auf einen heissen Stein. Trotzdem ist sie wichtig. Sie kann nicht nur Notsituationen entschärfen, sondern sie ist auch ein Zeichen der Solidarität mit Menschen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen. Die von der GGL unterstützten Institutionen und Projekte ‹Talentförderungszentrum Luzern (TFZ)›, ‹Pro Senectute›, ‹Kunigo› und ‹Solilauf Luzern› stehen beispielhaft für das soziale Engagement der GGL:
Talentförderungszentrum Luzern (TFZ) · Fitness · Integration · Perspektive

Das TFZ ist ein Sportzentrum für junge Sporttalente. Jugendliche Sportler:innen werden von zertifizierten Trainern gecoacht. Sie lernen, Ziele zu formulieren und ein erfolgversprechendes Verhalten zu entwickeln. Das Training befähigt sie zudem in Themen wie Achtsamkeit, Eigenverantwortung und Persönlichkeitsentfaltung. Fitness–Integration–Perspektive (FIP) ist ein Trainingsangebot des TFZ, das sich an jugendliche Asylsuchende richtet. Das Angebot wird durch Beiträge von Stadt und Kanton Luzern sowie durch Zuwendungen Dritter finanziert. FIP erfüllt einen wichtigen integrativen Zweck.
Pro Senectute
Pro Senectute ist die grösste Fachorganisation für Altersfragen. Die Stiftung setzt sich für ein selbstbestimmtes und sinnerfülltes Leben älterer Menschen in unserer Gesellschaft ein. Pro Senectute erbringt vielseitige Leistungen für Menschen im AHV-Alter mit dem Ziel, ihre Lebensqualität und schöpferische Authentizität in grösstmöglicher Selbständigkeit und Würde bis ins hohe Alter zu erhalten und zu stärken.
Simon Gerber, Bereichsleiter Sozialberatung bei der Pro Senectute Luzern: «Die Beiträge der GGL sind wichtig für uns. Pro Senectute berät und unterstützt ältere Menschen mit knappem Budget. Sind alle eigenen Möglichkeiten ausgeschöpft, beantragt die Organisation Stiftungsgelder».
KUNIGO · Integrationsangebote auf Augenhöhe

KUNIGO ist eine gemeinnützige Organisation in Luzern. Seit der Gründung vor sechs Jahren entwickeln wir Angebote und Projekte, die Lücken in bestehenden Strukturen schliessen und armutsbetroffenen Menschen sowie Menschen mit Flucht und Migrationsgeschichte den Zugang zu gesellschaftlicher Teilhabe erleichtern. Ziel ist es, Chancengleichheit zu fördern und Integration auf Augenhöhe zu ermöglichen. Das grösste Angebot sind die Computerkurse in einfachem Deutsch. Armutsbetroffene Menschen können zudem günstig Occasion-Laptops beziehen, die KUNIGO zuvor neu aufsetzt.
Solilauf Luzern · Für mehr Solidarität mit geflüchteten Menschen

Bereits zum siebten Mal fand am 27. September 2025 der Solilauf Luzern statt. Ziel des Anlasses ist es, auf die Situation geflüchteter Menschen aufmerksam zu machen, ein Ort der Begegnung zu schaffen und gleichzeitig finanzielle Mittel für Projekte mit, für und von geflüchteten und migrierten Menschen zu sammeln. Rund 150 Läufer:innen nahmen teil und absolvierten in zwei Durchgängen ihre Runden um die LidoWiese. Mit ihrem Einsatz engagierten sich die Teilnehmenden sichtbar für die Rechte von geflüchteten Menschen, Migrant:innen und Sans-Papiers.
Unterstützte Institutionen und Projekte im Bereich Kultur
Die Gemeinnützige Gesellschaft der Stadt Luzern ist auch Gönnerin oder Sympathisantin der Kunst und Kultur sowie Soziokultur in Stadt und Region Luzern.
Die GGL setzt im Rahmen ihrer finanziellen Möglichkeiten Akzente in der Kultur der Region und stützt soziokulturelle Aktivitäten. Für die GGL bedeuten kulturelle Aktivitäten entscheidende Impulse für eine lebendige und offene Gesellschaft, sie geben Impulse zu deren Entwicklung. Neben der Förderung von Inhalten will die GGL auch Künstlerinnen und Künstlern helfen. Dazu vier Beispiele für das (sozio-) kulturelle Engagement der GGL, u.a. mit einem Auszug aus dem Interview das Eva Hotz mit der Theaterfrau Lisa Bachmann geführt hat:
Interview mit Lisa Bachmann

Gewiss bedeutet es jedes Mal einen enormen Kraftakt, ein Theaterstück auf die Bühne zu bringen – auch finanziell. Wie trugen Sie über all die Jahre das Geld für Ihre Produktionen zusammen? Bei der Eingabe gehe ich stets nach demselben Prinzip vor. Als erstes gilt es, ein Grunddossier zu erstellen, was nicht immer einfach ist. Manchmal weiss ich nicht schon Monate zum Voraus, wie aufwändig eine Produktion wird. Trotzdem: Zentral ist immer das Budget. Letztlich gilt es, die Defizitgarantie sicherzustellen, denn Eintritte und Kleinzuwendungen reichen niemals aus, um die Kosten zu decken. Aus der errechneten Defizitgarantie von zum Beispiel 30’000 Franken ergibt sich der Finanzierungsplan und daraus wiederum die Anfrage an die Sponsorschaft.
Was passiert, wenn das Defizit nicht gedeckt werden kann? Dann bleibt nichts anderes, als Abstriche bei den Gagen oder Extras wie Premieren-Apéros zu machen. Etliche Beteiligte sind immer wieder zu dem bereit, ich selbstverständlich inklusive. Aber ein Restbetrag von rund 15’000 Franken muss auf unserem Konto bleiben.
Wen fragen Sie nebst der Gemeinnützigen Gesellschaft der Stadt Luzern in der Regel erfolgreich an? Ich bin froh um wiederkehrende Beiträge, wie sie die GGL seit Jahren leistet. Weitere Zuwendungen erhalten wir in der Regel vom städtischen Fuka-Fonds, vom Kanton, vom Migros-Kulturprozent, von den Stiftungen Artur Waser, Strebi und Josef Müller. Daneben unterstützen uns Private.
Sind öffentliche Hand und Private restriktiver geworden? Man merkt den allseitigen Spardruck, doch so gross ist er nicht, dass wir nicht weitermachen könnten. Zu bedenken gilt es, dass auch Institutionen wie der Theater Pavillon wirtschaftlicher agieren müssen. Entsprechend sind die Mietpreise gestiegen, welche ecco RONDO für jede seiner Aufführungen entrichten muss. Mit 450 Franken pro Abend reden wir aber von einem fairen Preis.
Seit dem Abschluss des Theaterpädagogik-Studiums machen Sie mit jungen Menschen Theater. Hat sich in all den Jahren etwas verändert? Gibt es genug Nachwuchs? Die Begeisterung fürs Theaterspielen ist ungebrochen lebendig. Schon an den Mittelschulen, wo ich lange Zeit als Theaterpädagogin engagiert war, interessierten sich immer genug junge Leute für das Freifach. Nicht wenige haben später eine professionelle Laufbahn eingeschlagen.
…
Was bereitet Ihnen als Regisseurin am meisten Genugtuung? Wenn im letzten Probendurchlauf fünf Tage vor der Premiere die Gewissheit herrscht: Es verhebbt! und das Publikum zum selben Schluss kommt. Zudem macht es richtig Freude, dass die Schauspielgruppe sich auch ausserhalb der Bühne tatkräftig einsetzt – an der Bar, beim Aufräumen, beim Putzen.
Zurück zum Geldbeschaffen: Welche Erfahrungen haben Sie mit der Gemeinnützigen Gesellschaft der Stadt Luzern gemacht? Ich erlebe den Austausch extrem positiv und schätze insbesondere den niederschwelligen bürokratischen Aufwand. Ich bin sehr dankbar für die langjährige Treue und Wertschätzung meiner Arbeit und hatte nie das Gefühl, einfach mal ein Almosen zugesteckt
zu bekommen.
Sie sind jetzt 73, haben zwei erwachsene Kinder und blicken auf intensive Jahre zurück. Soll es künftig etwas ruhiger zu und hergehen? (überlegt). Eigentlich möchte gar nicht, dass es ruhiger wird. Im Spielleute-Kinderclub habe ich die Produktionsleitung übernommen und engagiere mich bei den Luzerner Spielleute in einer neu geschaffenen Arbeitsgruppe für Leitende. Dann lerne ich intensiv Spanisch und stricke und lese viel. Zudem liebe ich es, mich mit Menschen – gerne jungen Menschen! – zu treffen.
Das vollständige Interview von Eva Hotz mit Lisa Bachmann steht im Geschäftsbericht 2025 der Gemeinnützigen Gesellschaft der Stadt Luzern (GGL).
Weitere Beispiele für das (sozio-) kulturelle Engagement der GGL:



GGL Geschäftsjahr 2025
Im 2025 sind leider elf Mitglieder verstorben, darunter auch Niklaus ‹Chläusi› Zeier, der sich stark für die GGL engagiert hat. Sechs Mitglieder gaben ihren Austritt bekannt, was wir sehr bedauern. Der Vorstand der GGL hat im Jahr 2025 acht neue Mitglieder aufgenommen. Per 31. 12. 2025 zählt die GGL 342 Mitglieder.

Weil Markus Aeberhard und Orlando Marchesi altershalber ihre Verantwortung für die Finanzen sämtlicher Stiftungen wie auch der GGL abzugeben wünschten, erhielten sie beide als Dank für ihre langjährige und erfolgreiche Tätigkeit die Ehrenmitgliedschaft der GGL verliehen. Zum Nachfolger von Markus Aeberhard wählte die Generalversammlung Hanspeter Gisler (Treuhänder). Um wiederum ein Dreamteam hinsichtlich der Finanzen der Stiftungen wie auch des GGL-eigenen Vermögens abbilden zu können, erklärte sich Christoph Huber (Anlageberater) bereit, sich mit Hanspeter Gisler um unsere Anlagen zu kümmern.
Von den von Ausschuss und Geschäftsstelle behandelten Gesuchen konnten 347 positiv beantwortet werden. Details dazu finden sich auf der Seite Unterstützungen 2025. [1]
